PSYCHiatrie Barometer 2014 - Deutsche

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PSYCHiatrie Barometer 2014 - Deutsche

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PSYCHiatrieBAROMETER 2013

Psychiatrie Barometer
Umfrage 2013
D
Dr. Karl Blum Dr. Sabine Löffert Dr. Matthias Offermanns Dr. Petra Steffen
der Deutschen Krankenhausgesellschaft
DEUTSCHES KRANKENHAUS INSTITUT

Deutsches Krankenhausinstitut e.V. Hansaallee 201 40549 Düsseldorf Tel.: 0211 / 47 051 – 17 Fax.: 0211 / 47 051 – 19 Email: [email protected]
Düsseldorf, November 2014

PSYCHiatrieBAROMETER 2013

Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG .................................................................................................................. 3 2 NEUES ENTGELTSYSTEM................................................................................................ 4
2.1 ANWENDUNG DES OPTIONSMODELLS.................................................................................. 4 2.2 ERMITTLUNG DES DAY-MIX-INDEX (DMI) ........................................................................... 5 2.3 HÖHE DES DAY-MIX-INDEX............................................................................................... 7 2.4 GEWINNER UND VERLIERER IM PEPP.................................................................................. 8 2.5 ZUSÄTZLICHE STELLEN UND MITARBEITER .......................................................................... 10 2.6 UNTERNEHMENSBERATUNG FÜR PEPP ............................................................................. 12 3 WIRTSCHAFTLICHE LAGE ............................................................................................. 15 3.1 BEURTEILUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN SITUATION .............................................................. 15 3.2 BEURTEILUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN ERWARTUNGEN........................................................ 17 4 BERATER IM KRANKENHAUS ....................................................................................... 20 4.1 INANSPRUCHNAHME ...................................................................................................... 20 4.2 VORSCHLAG FÜR BEAUFTRAGUNG .................................................................................... 22 4.3 GRÜNDE FÜR BEAUFTRAGUNG......................................................................................... 23 4.4 KRITERIEN FÜR DIE AUSWAHL DER UNTERNEHMENSBERATUNG .............................................. 25 4.5 BERATERLEISTUNGEN ..................................................................................................... 27 4.6 ZUFRIEDENHEIT MIT DEN LEISTUNGEN DER UNTERNEHMENSBERATUNGEN................................ 29 5 BEHANDLUNG VON VOLL- ODER TEILSTATIONÄREN PATIENTEN MIT SCHIZOPHRENIE,
SCHIZOTYPEN UND / ODER WAHNHAFTEN STÖRUNGEN (ICD-10 F20-F29) ................. 34 5.1 GRÜNDE FÜR DIE KRANKENHAUSEINWEISUNG..................................................................... 36 5.2 EINGESETZTE DIAGNOSEVERFAHREN ................................................................................. 37 5.3 GENUTZTE MEDIKAMENTÖSE UND SOMATISCH-PHYSIOLOGISCHE ANGEBOTE............................. 39 5.4 ANGEWANDTE PSYCHOTHERAPEUTISCHE VERFAHREN ........................................................... 42 5.5 EINGESETZTE VERFAHREN UND INTERVENTIONEN ................................................................ 44 5.6 BEGLEITENDE BEHANDLUNGSANGEBOTE ............................................................................ 48 5.7 SCHULUNG DES PERSONALS............................................................................................. 50 6 LITERATURVERZEICHNIS.............................................................................................. 52
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PSYCHiatrieBAROMETER 2013

1 Einleitung
Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) stellt mit dem vorliegenden Bericht für das Jahr 2013 die Ergebnisse des PSYCHiatrie Barometers vor, einem Informations- und Analysetool für die psychiatrische Versorgung in Deutschland.
Beim PSYCHiatrie Barometer handelt es sich um eine jährliche Repräsentativbefragung psychiatrischer und psychosomatischer Einrichtungen zu aktuellen Fragestellungen in diesem Versorgungsbereich.
Das PSYCHiatrie Barometer wird im Auftrag der Träger des DKI erstellt; das sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), der Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VlK). Die jährlichen Ausgaben des PSYCHiatrie Barometers sind als Download auf der DKI-Homepage abrufbar (www.dki.de).
Die Ergebnisse des PSYCHiatrie Barometers 2013 beruhen auf einer Vollerhebung in den psychiatrischen und psychosomatischen Fachkrankenhäusern sowie den Allgemeinkrankenhäusern mit psychiatrischen oder psychosomatischen Fachabteilungen, welche von November 2013 bis Februar 2014 durchgeführt worden ist. Beteiligt haben sich insgesamt 140 Einrichtungen.
Das Deutsche Krankenhausinstitut möchte sich an dieser Stelle herzlich bei den Krankenhäusern bedanken, die mit ihrer Teilnahme an der Erhebung den vorliegenden Bericht ermöglicht haben.
Krankenhäuser mit ausschließlich psychiatrischen und psychotherapeutischen Betten oder mit ausschließlich psychosomatischen Betten sowie Krankenhäuser mit psychiatrischen, psychotherapeutischen und neurologischen Betten oder psychosomatischen Betten werden nachfolgend als „psychiatrische Fachkrankenhäuser“ oder „Einrichtungspsychiatrien“ bezeichnet. Ihnen werden die „Allgemeinkrankenhäuser“ gegenüber gestellt, die neben den somatischen Bereichen auch psychiatrische, psychotherapeutische oder psychosomatische Fachabteilungen vorhalten (nachfolgend auch: „Abteilungspsychiatrien“). Die psychiatrischen Betten bzw. Fachabteilungen umfassen ggf. auch Betten bzw. Fachabteilungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
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PSYCHiatrieBAROMETER 2013

2 Neues Entgeltsystem
2.1 Anwendung des Optionsmodells
Mit dem Psychiatrie-Entgeltgesetz wurde, analog zu den somatischen Krankenhäusern, ein pauschalierendes Entgeltsystem für die Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) beschlossen. Danach sollte das neue Entgeltsystem für alle entsprechenden Einrichtungen ab dem Jahr 2015 verbindlich angewendet werden. Für die Jahre 2013 und 2014 (Optionsjahre) sollte die Einführung auf Verlangen des Krankenhauses möglich sein.
Eine Verlängerung der Optionsphase ist jedoch bereits nach der Bundestagswahl 2013 diskutiert und zwischenzeitlich auch von den Koalitionspartnern vereinbart worden; die geplante Verlängerung der Optionsphase war allerdings zum Erscheinungsdatum des aktuellen PSYCHiatrie Barometers weder verabschiedet noch rechtskräftig. Unabhängig davon dürfte auch den Befragungsteilnehmern zum Erhebungsstand zur Jahreswende 2013/2014 die Diskussion hierzu überwiegend bekannt gewesen sein. Dies kann die Ergebnisse bzw. die Bereitschaft zu optieren oder nicht beeinflusst haben.
Erstmalige Anwendung des neuen Entgeltsystems (Krankenhäuser in %)

3,1 9,5 2013

21,5 20,3 2014

43,1 37,8 2015

32,3 32,4 noch offen

Allgemeinkrankenhäuser Psychiatrische Fachkrankenhäuser
© Deutsches Krankenhausinstitut
Abb. 1: Erstmalige Anwendung des neuen Entgeltsystems

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PSYCHiatrieBAROMETER 2013

Im PSYCHiatrie Barometer sollten die Krankenhäuser angeben, wann sie das neue Entgeltsystem erstmalig anwenden würden. Abb. 1 zeigt die Ergebnisse differenziert nach Allgemeinkrankenhäusern und psychiatrischen Fachkrankenhäusern.
Danach gaben 7% der Stichprobenkrankenhäuser insgesamt an, das neue Entgeltsystem bereits im Jahr 2013 eingeführt zu haben, darunter 3% der Abteilungspsychiatrien und knapp 10% der Einrichtungspsychiatrien.
Im letztjährigen PSYCHiatrie Barometer 2012 führten noch 11% der Einrichtungspsychiatrien und 21% der Abteilungspsychiatrien an, bereits 2013 optieren zu wollen. Vorbehaltlich von Stichprobeneffekten, ist die Bereitschaft zu optieren also seither deutlich rückläufig.
Im aktuellen PSYCHiatrie Barometer gaben gut 20% der Krankenhäuser an, 2014 auf das neue Entgeltsystem in der Psychiatrie und Psychosomatik umzusteigen. In dieser Hinsicht gibt es faktisch kaum Unterschiede zwischen Abteilungs- und Einrichtungspsychiatrien. Es muss offen bleiben, inwieweit diese Bereitschaft bei einer etwaigen Verlängerung der Optionsphase weiter abnehmen wird.
Bei abermals geringen Unterschieden zwischen Abteilungs- und Einrichtungspsychiatrien hatte sich zum Erhebungsstand zur Jahreswende 2013/2014 rund ein Drittel der Krankenhäuser noch nicht auf die erstmalige Anwendung des PEPP festgelegt.
2.2 Ermittlung des Day-Mix-Index (DMI)
Ähnlich wie im DRG-System werden auch im PEPP die Preisstrukturen für psychiatrische bzw. psychosomatische Leistungen mittels Bewertungsrelationen (Relativgewichten) festgelegt. Analog zum Case-Mix bzw. Case-Mix-Index im somatischen Bereich lässt sich – auf Grund der tagesbezogenen Leistungserfassung – hier ein Day-Mix als Summe der (effektiven) Relativgewichte bzw. ein Day-Mix-Index für den durchschnittlichen ökonomischen Aufwand je Behandlungstag ermitteln. Aus der Multiplikation von Day-Mix und Landesba-
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PSYCHiatrieBAROMETER 2013

sisentgeltwert resultiert das (kalkulatorische) Erlösbudget für mit dem PEPP vergütete psychiatrische und psychosomatische Leistungen.
Zwar ist der Umstieg auf das neue Entgeltsystem einstweilen optional und budgetneutral. Gleichwohl ist der Day-Mix bzw. der Day-Mix-Index eine maßgebliche Kenngröße, um die Auswirkungen des PEPP auf die wirtschaftliche Lage der eigenen Einrichtung einschätzen oder prognostizieren zu können. Vor diesem Hintergrund sollten die Krankenhäuser im PSYCHiatrie Barometer angeben, ob sie auf der Grundlage des PEPP-Entgeltkataloges 2013 den Day-Mix-Index für ihr Krankenhaus ermittelt haben.
Dies ist bislang in weniger als der Hälfte aller psychiatrischen Einrichtungen der Fall. Diesbezüglich gibt es bislang auch nur geringfügige Unterschiede zwischen Allgemein- und Fachkrankenhäusern (Abb. 2).
Ermittlung des Day-Mix-Index für das Krankenhaus (Krankenhäuser in %)

44,6

47,0

Allgemeinkrankenhäuser

Psychiatrische Fachkrankenhäuser

© Deutsches Krankenhausinstitut
Abb. 2: Ermittlung des Day-Mix-Index

Abb. 3 zeigt die Ermittlung des Day-Mix-Index in Abhängigkeit von der erstmaligen Anwendung oder dem Umsetzungsstand des PEPP. Demzufolge haben nicht alle Krankenhäuser, die bereits 2013 optiert haben, ihren Day-Mix-Index

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PSYCHiatrieBAROMETER 2013

ermittelt (78%).1 Bei den Einrichtungen, die den Umstieg für 2014 planten, waren es 55% und bei den Erstanwendern im Jahr 2015 die Hälfte der psychiatrischen Einrichtungen. Bei den Krankenhäusern, die sich zum Erhebungszeitpunkt 2013 noch nicht auf einen Umstieg festgelegt hatten, hat erst gut ein Viertel seinen DMI berechnet.
Ermittlung des Day-Mix-Index (Krankenhäuser in %)
77,8
55,2 50,0
26,7

2013

2014

2015

Erstmalige Anwendung des neuen Entgeltsystems
© Deutsches Krankenhausinstitut

noch offen

Abb. 3: Ermittlung des Day-Mix-Index nach erstmaliger Anwendung PEPP

Insgesamt dokumentieren auch die Ergebnisse zur Ermittlung des Day-MixIndex im Rahmen von PEPP die bislang eher zurückhaltende oder abwartende Umsetzung des neuen Entgeltsystems durch die psychiatrischen Einrichtungen in Deutschland.

2.3 Höhe des Day-Mix-Index
Die Krankenhäuser, die ihren Day-Mix-Index bereits ermittelt haben, sollten die Höhe des DMI für ihr Krankenhaus auf der Grundlage des PEPPEntgeltkatalogs 2013 angeben. Die entsprechenden statistischen Kennwerte

1 Allerdings sind hier die absoluten Teilnehmerzahlen in Rechnung zu stellen, insofern nur 9 Stichprobenkrankenhäuser optiert haben und davon zwei Häuser vorgaben, ihren DMI noch nicht ermittelt zu haben. Ggf. ist hier nicht auszuschließen, dass die betreffenden Häuser erst unterjährig optiert haben.
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PSYCHiatrieBAROMETER 2013

können, differenziert nach dem Krankenhaustyp, der Tab. 1 entnommen werden.

Tab. 1: Höhe des Day-Mix-Index

Mittelwert Median Unterer Quartilswert Oberer Quartilswert Maximum Minimum Standardabweichung

Krankenhäuser gesamt
0,9724 0,9515 0,9213 0,9948 1,4790 0,7850 0,1090

Allgemeinkrankenhäuser
0,9747 0,9540 0,9300 0,9950 1,3400 0,7900 0,0900

Psychiatrische Fachkranken-
häuser 0,9693 0,9500 0,9045 0,9890 1,4790 0,7850 0,1318

Im Durchschnitt (arithmetisches Mittel) lag der Day-Mix-Index über alle psychiatrischen Einrichtungen bei 0,9724. Der mittlere Wert der Verteilung (Median) lag mit 0,9515 nur geringfügig darunter. Die Hälfte aller DMI-Werte lag zwischen 0,9213 (unterer Quartilswert) und 0,9948 (oberer Quartilswert). Der kleinste Wert (Minimum) betrug 0,7850, der größte Wert (Maximum) 1,4790.
Mit Blick auf den Day-Mix-Index gab es faktisch keine Unterschiede zwischen den Krankenhaustypen, die einzelnen Kennwerte sind in hohem Maße vergleichbar.
Auch die Unterschiede zwischen den Optionskrankenhäusern (DMI = 0,9843), die 2013 umgestiegen sind oder 2014 optieren wollten, und den NichtOptionshäusern (DMI = 0,9644) waren im Durchschnitt gering.

2.4 Gewinner und Verlierer im PEPP Angesichts ihrer aktuellen Kostenstrukturen und ihres Day-Mix bzw. Day-MixIndex sollten die Krankenhäuser schließlich angeben, ob sie sich als „Gewinner“ oder „Verlierer“ im Rahmen des PEPP ansehen. Die Antworten waren jeweils nach verschiedenen Strukturkategorien bzw. Leistungsbereichen des
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PSYCHiatrieBAROMETER 2013

PEPP-Kataloges zu differenzieren. Abb. 4 zeigt die Ergebnisse für die Einrichtungen, welche ihren Day-Mix-Index bereits ermittelt haben und die entsprechenden Leistungsbereiche vorhalten. Die Vorhaltung der jeweiligen Leistungsbereiche wurde im Fragebogen explizit erhoben.

Gewinner und Verlierer im PEPP nach Strukturkategorien Krankenhäuser mit Vorhaltung der jeweiligen Leistungsbereiche in %

Prä-Strukturkategorie 17 21 14

48

Psychiatrie, vollstationär

24

22

Kinder/Jugendpsychiatrie, vollstationär 13 17 0

Psychosomatik, vollstationär 3 13 26

17

37

70

58

Psychiatrie, teilstationär 21 21

25

34

Kinder-/Jugendpsychiatrie, teilstationär 18 9 5

68

Psychosomatik, teilstationär 5 10 10

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© Deutsches Krankenhausinstitut

"Gewinner" "Verlierer" weder - noch keine Angabe möglich

Abb. 4: „Gewinner“ und „Verlierer“ im PEPP

Auffallend ist zunächst, dass relevante Anteile der Teilnehmerkrankenhäuser zum jetzigen Zeitpunkt hierzu noch keine Angaben machen konnten oder wollten. Dementsprechend gibt es auch keine eindeutigen Gewinner oder Verlierer, insofern die Einstufungen vergleichsweise ausgewogen ausfallen:
24% der psychiatrischen Einrichtungen sahen sich in der Strukturkategorie Psychiatrie, vollstationär als Gewinner und 22% als Verlierer, 17% weder als das eine noch als das andere.
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DmiKrankenhäuserAbbGewinnerDeutschland